"Und Allah leitet, wen er will, auf einen geraden Weg" (Quran 2: 213)

"Wahrlich, dieser Quran leitet zum wirklich Richtigen".  (Quran 17:9)

 
 

Die Entstehung des Quran

 

Das Wort Quran bedeutet „Rezitation“ oder „Lesen“.

Es ist eine Rede Gottes (arab. Allah). die entweder schriftlich oder mündlich überliefert wurde. Er ist unnachahmlich, einzigartig und durch Gott vor Fälschung geschützt.

Der Quran ist eine Offenbarung (arab. wahi), die den Menschen führt und recht leitet. Entweder durch Intuition, Instinkt, Zeichen, Warnung oder Unterstützung des Engel Gabriel ( arab. Djibriil).

Die Offenbarungszeit dauert  23 Jahre und begann in der Nacht der Offenbarung (arab. Lail al qadr) im Monat Ramadan. Entweder in der 27. Nacht oder in der 21. Nacht, innerhalb der letzten ungeraden Nächte des Monats Ramadan.

Die erste Offenbarung erhielt Muhammad, Friede und Segen auf ihn, im Jahr 610 n.Chr. in der Höhle Hira nahe Mekkas. Er war damals vierzig Jahre alt. Er hielt sich oft dort auf und nahm sich Essen mit oder ging wieder zu Chadidscha, um sich neu zu verpflegen. Danach stieg er wieder auf den Berg. Anfangs hatte er Träume, die dann wahr wurden.

An einem Tag kam der Engel Gabriel zu ihm, drückte ihn fest an sich und befahl ihm eindringlich zu lesen. Er machte dies drei Mal, so dass Muhammad,Friede und Segen auf ihn, es nicht mehr ertragen konnte.  Muhammad, Friede und Segen auf ihn, erhielt die erste Offenbarung.

 

„Lies im Namen Deines Herrn, der erschaffen hat

den Menschen erschaffen hat aus einem Anhängsel

Lies, und Dein Herr ist der Edelste

 der das Schreiben mit dem Schreibrohr gelehrt hat,

 den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste.“

(Quran 96:1-5)

 

Kurz danach ging er zu Chadidscha, um ihr alles zu erzählen. Ihr Cousin Waraqa erklärte Muhammad, Friede und Segen auf ihn, dass er den EngelGabriel getroffen hatte, den Allah auch zu Moses und Jesus geschickt hatte. Er sagte, er würde von seinem Volk vertrieben werden.

Danach verging einige Zeit der Ruhe. Der Engel erschien ihm am Himmel, auf einem Stuhl sitzend. Muhammad, Friede und Segen auf ihn, hatte große Angst. So kamen die Worte:

 

"Oh du Zugedeckter,

Stehe auf und warne;

Und deinen Herrn, Den preise als den Größten,

Und deine Gewänder, die reinige,

Und die Unreinheit des Götzendienst, die meide"

(Quran 74:1-5)

 

Die Offenbarungen kamen manchmal wie das Läuten einer Glocke, die von allem am schwersten vielen. Manchmal kam Gabriel auch als Mensch, sprach zu ihm und Muhammad, Friede und Segen auf ihn, merkte es sich dann.

Die letzte Offenbarung erhielt Muhammad, Friede und Segen auf ihn, im Jahre 632 n.Chr. neun Nächte vor seinem Tod. Es waren die Verse:

 

 „Heute habe ich euren Glauben für euch vollendet

 und habe meine Gnade an euch erfüllt und es ist mein Wille, dass der

Islam euer Glaube ist.“

(Quran 5:3)

 

So wurde der Quran langsam herab gesandt, um Muhammad, Friede und Segen auf ihn, zu schonen und zu stärken durch stetige Ansprache. Manchmal brauchte er Rechtleitung. Gott nahm Rücksicht auf den Propheten, um ihn mit den Erfahrungen zu bereichern. Außerdem war es wichtig neue Gesetze langsam einzuführen. Muhammads, Friede und Segen auf ihn, Anhänger sollten Zeit haben den Text auswendig zu lernen und zu verbreiten und aufzuschreiben. Die Muslime benutzten die Verse dann im Gebet. Bis heute ist es eine Tradition, die Verse aus dem Quran auswendig zu lernen.

Muhammad, Friede und Segen auf ihn, schickte auch Lehrer aus. Einer von ihnen war Mus àb bin Umair. Er schickte ihn nach Yathrib (später Medina), damit er den Quran vorträgt, den Islam lehrt und um die Religion zu unterrichten. Man nannte ihn auch“ den Rezitator“. Das war noch vor der Auswanderung (arab. Hidschra).

Unter den zwanzig bekanntesten Gefährten, die den Quran auswendig kannten waren Abu Bakr, Umar, Uthman, Ali, Ibn Ma`sud, Abu Huraira, Abdullahbin Abbas, Abdullah bin Amir, Hafsa und Umm Salama.

Zu Lebzeiten des Propheten gab es noch keinen Buchquran. Aus diesem Grund wurden die Offenbarungen auswendig gelernt und auf verschiedenen Materialien aufgeschrieben. Alle Berichte daraus wurden zusammen getragen. Die Ordnungskriterien und Anordnungen der Suren wurden durch den Propheten selbst fest gelegt.

Muhammad, Friede und Segen auf ihn, hatte Schreiber, denen er die Offenbarungen diktierte. Sowohl in Mekka , als auch in Medina.

Eine sehr wichtige Regel für das Berühren des Mushaf (in fester Ordnung gesammelte Blätter im Einband) ist die rituelle Reinheit (arab.Wu`du).

 

Der Gelehrte Al Harith Al Muhasibi gab zu der ersten Phase der Niederschrift eines Buchqurans folgendes an:

„Das Schreiben des Quran war nichts Neues, denn der Prophet ließ ihn immer nieder schreiben, aber das geschah in einzelnen Stücken,auf Lederstücken, Schulterblättern und Palmenmaterial. Und als Abu Bakr Al Siddiq die Anweisungen gab, ihn von verschiedenen Orten an einen gemeinsamen Ort zu übertragen, welcher die Form von Blättern hatte, wurde (das Material) dazu im Hause des Propheten gefunden, wo der Quran ausgebreitet war. Er sammelte alles auf und band es mit einer Schnur zusammen, so dass nichts davon verloren gehen konnte.“

 

Als Abu Bakr erster Kalif war, kam es im Jahr 633 n.Chr. zu der Schlacht von Jamama, in der vielen Muslime fielen, die den Quran auswendig konnten. Aus diesem Grund fertigte Abu Bakr ein geschriebenes Exemplar des Quran an. Nach seinem Tod gab man ihn zu Umar, als dieser starb gab man ihn zu seiner Tochter Hafsa.

Es gab auch private Sammlungen von Ibn Masùd, Ubay Ka´b und Zaid bin Thabit. Auch Aischa und Hafsa fertigten Versionen nach Muhammads, Friedeund Segen auf ihn, Tod an. Letztendlich kam es nach Absprache der Prophetengefährten zur Entscheidung der Suhuf Abu Bakr ( Suhuf sind Blätter ohne Einband) als Vorlage für das Standartwerks des heutigen Quran- dem Mushaf Uthman.

Uthman schickte ihn in die Hauptzentren der Muslime, um ihn durch andere Materialien zu ersetzen.