"Und Allah leitet, wen er will, auf einen geraden Weg" (Quran 2: 213)

"Wahrlich, dieser Quran leitet zum wirklich Richtigen".  (Quran 17:9)

 
 

Die Ehe

 

Die Ehe im Islam bildet die einzige Voraussetzung für ein Paar Geschlechtsverkehr miteinander zu haben. Es soll in jungen Jahren geheiratet werden, um die Keuschheit von Mann und Frau zu wahren.

 

Der Gesandte Gottes(s.) sprach:
Bei jedem jungen Menschen, der in jungen Jahren heiratet, stöhnt der Satan auf:
„Wehe ihm, wehe ihm, zwei Drittel seiner Religion sind nun gegen mich geschützt!“
(Bihar-ul-Anwar, 100, 221) 

 

Ein Muslim darf

- eine ältere oder eine jüngere Frau heiraten

- sie darf geschieden, ledig oder verwitwet sein

- sie darf eine Jüdin, Christin oder Muslima sein

- vermögend sein oder nicht

 

Verboten (zu heiraten) sind euch eure Mütter, eure Töchter, eure Schwestern, eure Tanten väterlicherseits, eure Tanten mütterlicherseits, die Nichten, eure Nährmütter, die euch gestillt haben, eure Milchschwestern, die Mütter eurer Frauen, eure Stieftöchter, die sich im Schoß eurer Familie  befinden von euren Frauen, zu denen ihr eingegangen seid, - wenn ihr jedoch nicht zu ihnen eingegangen seid, so ist es keine Sünde für euch (, deren Töchter zu heiraten) - und (verboten zu heiraten sind euch) die Ehefrauen eurer Söhne, die aus euren Lenden (hervorgegangen) sind, und (verboten ist es euch,) daß ihr zwei Schwestern zusammen (zur Frau) nehmt, außer dem, was bereits geschehen ist. Gewiß, Allah ist Allvergebend und Barmherzig

(Quran 4:23)

 

Eine Muslima darf

- einen Muslim heiraten

 

Heiraten darf man nicht

- Die Götzendiener, wie Buddhisten

- Minderjährige, die noch nicht in der Pubertät sind

- Aya 24:31 sind die Mahram für die Frau, ohne die ein Frau z.B. nicht verreisen darf. Die Mahram, männliche Begleiter, darf eine Frau auch nicht heiraten.

 

Und heiratet Götzendienerinnen nicht, bevor sie glauben. Und eine gläubige Sklavin ist fürwahr besser als eine Götzendienerin, auch wenn diese euch gefallen sollte. Und verheiratet nicht (gläubige Frauen) mit Götzendienern, bevor sie glauben. Und ein gläubiger Sklave ist fürwahr besser als ein Götzendiener, auch wenn dieser euch gefallen sollte. Jene laden zum (Höllen)feuer ein. Allah aber lädt zum (Paradies)garten und zur Vergebung ein, mit Seiner Erlaubnis, und macht den Menschen Seine Zeichen klar, auf daß sie bedenken mögen.

(Quran 2:221)

 

Und sag zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham hüten, ihren Schmuck' nicht offen zeigen, außer dem, was (sonst) sichtbar ist. Und sie sollen ihre Kopftücher auf den Brustschlitz ihres Gewandes schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, außer ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen (Geschlechts)trieb (mehr) haben, den Kindern, die auf die Blöße der Frauen (noch) nicht aufmerksam geworden sind. Und sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit (nicht) bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck verborgen tragen. Wendet euch alle reumütig Allah zu, ihr Gläubigen, auf daß es euch wohl ergehen möge!

(Quran 24:31) 

 

Im Islam ist ein Kind reif, wenn es die Pubertät erreicht hat. Das bedeutet, dass das Mädchen ihre Menstruation bekommen hat oder der Schamhaarwuch eingesetzt hat. Spätestens aber ist sie mit 15 Jahren heiratsfähig. Jungs sind nach dem ersten Samenerguß und dem Schamhaarwuchs geschlechtsreif.

Ehen sollten mit dem Einverständnis der Eltern geschlossen werden, müssen es aber nicht. Zwangsheiraten sind verboten.

 

„Wenn einer von euch seine Tochter verheiraten möchte, so muss er sie um Erlaubnis bitte.“

(Sunan al Aqwad wa al- Afal Nr. 25644)

 

Hansâ Bint Hidâm Al-Ansâriyya berichtet, dass sie als verwitwete Frau von ihrem Vater wiederverheiratet wurde, und dass sie damit nicht einverstanden war. Sie begab sich deshalb zum Gesandten Allahs, Friede und Segen auf ihn, und er machte ihre Ehe rückgängig.

(Auszüge aus Sahih Al-Buchari, Hadith Nr. 5138)

 

Vor der Ehe wird mit dem zukünftigen Ehemann eine Brautgabe (arab. Mahr) verabredet. Die Mahr darf nicht zu hoch sein, so dass sie für den zukünftigen Ehemann eine Belastung ist. Sie soll den persönlichen Verhältnissen angepasst sein. Die Ehe ist vollzogen, wenn das Paar Geschlechtsverkehr hatte.

 

Und gebt den Frauen ihre Morgengabe als Geschenk. Wenn sie für euch aber freiwillig auf etwas davon verzichten, dann verzehrt es als wohl 

bekömmlich und zuträglich.  

(Quran 4:4)  

Der Altersunterschied des Ehepaares hat deswegen keine Relevanz, weil es in der Ehe darauf ankommt wie man zueinander steht, dass man zusammen hält und sich liebt. Es soll vorzugsweise im jungen Alter geheiratet werden, um die Keuschheit zu wahren.  

      

Die Gültigkeit der Ehe

- beide Namen des Ehepaares müssen vollständig angegeben werden.

- beide, Frau und Mann, müssen der Ehe zu stimmen.

Eine vorher verheirateten Frau soll nicht die Ehe gegeben werden, ohne ihre Zustimmung, und eine Jungfrau soll nicht die Ehe gegeben werden, ohne ihre Erlaubnis. (Sie fragten: „Oh Gesandter Allahs, wie erkennen wir ihre Erlaubnis?- Er sagte: “ Durch ihr Schweigen.)“

(Buchary)

- die Frau kann nur unter Zustimmung ihres rechtmäßigen Wali verheiratet werden.

- es müssen außer dem Wali noch zwei männliche Zeugen anwesend sein. Oder ein Wali und zwei weibliche Zeugen.  

Bei der Heirat wird ein Ehevertrag aufgesetzt. Beide Partner können dann vorausschauend vor der Ehe Bedingungen festlegen, die nach der Hochzeit nicht mehr verändert werden dürfen. Auch die Höhe der Brautgabe wird festgelegt.

Bei dem Ehevertrag kann z.B festgelegt werden, dass die Frau ihr Studium oder Ausbildung auch nach der Heirat weiterführen kann. Der Mann darf ihr das Studium nicht verbieten, auch wenn er sie gerne zu Hause hätte

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Die Hochzeit

-Es soll mindestens ein Schaf geschlachtet werden, jedoch darf bei der Feier und dem Essen nicht übertrieben werden.

„Gebe dem Hochzeitsmahl (Walima) selbst ein Schaf.“

(Buchary)

- Der Einladung zu einer Hochzeit ist verpflichtend nachzukommen.

Die schlimmst Art des Speisens ist das Walima, zu welchem die Reichen eingeladen, und die Armen weggelassen werden. Und wer der Einladung (zu einem Walima) nicht folge leistet, ist Allah und seinem Gesandten, Friede und Segen auf ihn, ungehorsam.  (Muslim, Buchary)

- Die Hochzeit muss frei von haram sein. Das bedeutet kein Alkohol, keine Rauschmitte, und keine Mischung der Geschlechter.

- Der Duff darf geschlagen werden.

Der Gastgeber muss Muslim sein.  


Mehrehe

 

Und falls ihr befürchtet, dass ihr ihre Rechte nicht in angemessener Weise wahren könnt, wenn ihr die Waisenmädchen (in eurer Obhut) heiratet, dann heiratet andere Frauen (die euch zur Ehe erlaubt sind), so wie sie euch gut erscheinen, zwei, drei oder vier. Doch wenn ihr (hinsichtlich eurer ehelichen Pflichten) befürchtet, sie nicht (alle) gleich behandeln zu können, dann gebt euch mit nur einer zufrieden, oder mit euren Gefangenen, die eure Rechte besitzt. Dies kommt dem am nächsten, dass ihr kein Unrecht begeht.“

(Quran 4:3)

 

Wenn ein Mann eine weitere Ehefrau heiraten will, hat er ihr gegenüber die gleichen Pflichten wie bei der ersten Frau. Da, ob Mann oder Frau, jeder eine Berechtigung und eine Verpflichtung dem anderen gegenüber hat, muss man erstmal allgemein erklären, was eine eheliche Pflicht ist und wie verantwortlich sein stattfindet. Die Ehe ist eine Partnerschaft.

Die Erlaubnis der Mehrehe geht einher mit dem Schutz der Frau benutzt zu werden. Einer Frau ist es erlaubt monogam zu leben, ein Mann hingegen, darf bis zu vier Ehefrauen heiraten.

Der Prophet Muhammad, Friede und Segen auf ihn, sagt in seiner Abschiedsrede: „Die Frauen haben ein gewisses Recht über die Männer und die Männer haben ein gewisses Recht über die Frauen.“

 

Das bedeutet

- Der Mann muss für seine zweite (dritte und vierte Frau) eine Mahr bezahlen und eine Hochzeit arrangieren.

- Der Mann ist für die Versorgung der Frauen  verantwortlich und für die Kinder.

- Er ist den Frauen zur Sexualität verpflichtet, ohne Bevorzugung.

 

Und ihr werdet zwischen den Frauen nicht gerecht handeln können, auch wenn ihr danach trachtet. Aber neigt nicht gänzlich (von einer weg zu der anderen), so dass ihr sie gleichsam in der Schwebe lasst. Und wenn ihr (es) wiedergutmacht und gottesfürchtig seid, gewiss, so ist Allah Allvergebend und Barmherzig.“

(Quran 4:129)

 

- Der Mann darf keine Frau schlagen, jedoch knuffen.

„Die Männer stehen in Verantwortung für die Frauen wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für sie) ausgeben. Darum sind die rechtschaffenen Frauen (Allah) demütig ergeben und hüten das zu Verbergende, weil Allah (es) hütet. Und diejenigen, deren Widersetzlichkeit' ihr befürchtet, - ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie. Wenn sie euch aber gehorchen, dann sucht kein Mittel  gegen sie. Allah ist Erhaben und Groß.“

Quran 4:34  

- Der Ehemann ist verantwortlich für das Erlernen der religiösen Pflichten der Frau.  

Die Frau

- gibt dem Mann das Gefühl, dass er der Boss ist.

- pflegt gerne eine körperliche Beziehung zu ihm.

- verreist niemals ohne ihren Mann oder Mahram.

- verwöhnt den Mann gerne mit leckerem Essen, sie putzt die Wohnung.

- fastet mit der Erlaubnis ihres Mannes.    


Die Zeitehe (Mu`ta)

 

Das ist eine Ehe, die dazu dient, Mann und Frau den Gschlechtsverkehr zu legimitieren, damit sie sich nicht der Unzucht (Zina) schuldig machen. Die Dauer der Ehe geht von drei Tagen bis hin zu drei Jahren, und kann nach Ablauf erneuert werden. Auch hier wird eine Brautgabe verabredet. Diese Form der Ehe kann zur Prostitution missbraucht werden.

Der Prophet Muhammad, Friede und Segen auf ihn, verbot die Zeitehe.  

 Ali wurde gesagt, daß Ibn Abbas kein Problem mit der Mu’ta Ehe sehe. Er sagte jedoch folgendes: „Allahs Gesandter hat die Mu’ta Ehe und den Verzehr von Eselfleisch am Tage der Schlacht zu Khaybar verboten.“ Manche sagten: „Selbst wenn einer auf raffinierte Weise eine Ehe auf Zeit eingeht, ist diese Verbindung trotzdem illegal.“ Andere meinten: „Die Ehe ist zwar gültig, aber ihre Bedingung ungesetzlich.“

(Buchary)

 

Und (verboten sind euch) von den Frauen die verheirateten', außer denjenigen, die eure rechte Hand besitzt. (Dies gilt) als Allahs Vorschrift für euch. Erlaubt ist euch, was darüber hinausgeht, (nämlich) daß ihr mit eurem Besitz (Frauen) begehrt zur Ehe  und nicht zur Hurerei (Frauen). Welche von ihnen ihr dann genossen habt, denen gebt ihren Lohn als Pflichtteil. Es liegt aber keine Sünde für euch darin, daß ihr, nachdem der Pflichtteil (festgelegt) ist, (darüberhinausgehend) euch miteinander einigt. Gewiß, Allah ist Allwissend und Allweise.

(Quran 4:24)

 

Die Gelehrten sind sich auf Grund der unterschiedlichen Aussage aus Quran und Sunna uneinig, ob die Zeitehe verboten ist oder erlaubt. Die Sunniten verbieten die Zeitehe, die Schiiten erlauben die Zeitehe.