"Und Allah leitet, wen er will, auf einen geraden Weg" (Quran 2: 213)

"Wahrlich, dieser Quran leitet zum wirklich Richtigen".  (Quran 17:9)

 
 

Die Säulen des Glaubens

 

I Der Glaube an Gott

 

Der Kern des Islams ist der Glaube an den einzigen Gott, verbunden mit dem Satz „la illaha illa Allah“. Das bedeutet, dass es keinen anbetungswürdigeren Gott gibt außer Gott. Man nennt das Tauhid- den Eingottglauben.

Die arabische Übersetzung von Gott ist Allah. Er hat vollkommene Eigenschaften. Im Quran wird er mit 99 Namen beschrieben. Wie z.B. der Allmächtige (Al Qawyy), der Unvergleichliche (Al Ahad), der Allwissende (Al Aliem) usw. Im Quran wird Gott in jeder Sura (außer Sure 9) mit Al Rahman 

(der Allerbarmer) und Al Rahim (der Barmherzige) betitelt. Arabisch sprechende Juden und Christen nennen Gott auch Allah.

 

Der Glaube an Gott besteht im Islam aus vier Dingen:

à Der Glaube an die Existent Gottes

à Gott der allerhöchste Herr

à Gott allein steht die Anbetung zu

à Gott ist bekannt durch seine schönsten Namen und Eigenschaften

 

Jedes Kind wird mit der natürlichen Eigenschaft, dem Glauben an einen einzigen Gott, geboren. Es gilt der Grundsatz der Verehrung, Anbetung, Liebe, Dankbarkeit und des Vertrauens. Die größte Sünde im Islam ist der Götzendienst. Das bedeutet Beigesellung zu Gott (arab. shirk).

 

 

II Der Glaube an die Engel

 

Engel sind weder göttlich noch halbgöttlich. Man darf sie nicht an beten und ihnen nicht dienen. Engel sind Gott unterworfen und führen seine Befehle aus.

Sie wurden aus Licht erschaffen und sind schöne Wesen mit Flügeln. Sie haben unterschiedliche Aufgaben, sind unterschiedlich groß und haben unterschiedliche Verdienste. Sie essen und trinken nicht, ihnen wird niemals langweilig noch werden sie müde. Die Anzahl der Engel kennt nur Gott.

 

Es gibt z.B. den Engel Michael, der den Regen und die Wolken lenkt, Engel als Helfer der Winde und Wolken. Der Engel Israfiil wird in das Horn blasen zum Beginn des Tages des letzten Gerichts. Der Todesengel, der die Seele des Sterbenden empfängt. Es gibt Schutzengel, es gibt Engel die die Taten der Menschen aufschreiben- die ehrenwerten Schreiber. Munkar und Nakier besuchen die Menschen in den Gräbern, der Wächter des Höllenfeuers Malik. Der großartigste Engel ist Djibriil ( Gabriel). Der Engel Gabriel war der Überbringer der Offenbarungen an den Propheten Muhammad, Friede und Segen auf ihn.

 

III Der Glaube an die Bücher

 

Um das zu erklären ist eine Ayat aus dem Quran am besten:

 

„Und wir haben zu dir (Muhammad) das Buch mit der Wahrheit hinabgesandt, das zu bestätigen,was vor ihm offenbart wurde, und als Wächter darüber. So richte zwischen ihnen nach dem, was Allah (als Offenbarung) herab gesandt hat und folge nicht den Neigungen entgegen dem, was dir von der Wahrheit zugekommen ist. Für jeden von euch haben wir ein Gesetz und einen deutlichen Weg festgesetzt. Und wenn Allah wollte, hätte er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Aber (es ist so), damit er euch in dem was er gegeben hat, prüfe. So wetteifert nach den guten Dingen! Zu Allah wird eure Rückkehr sein, und dann wird er euch kundtun,

worüber ihr uneinig zu sein pflegtet.

(Quran 5:48)

 

Die Muslime respektieren in Hochachtung:

à Die Tora ( arab. Taurah), die auf Moses herab gesandt wurde.

à Das Evangelium (arab. Injiel), das auf Jesus herab gesandt wurde.

à Die Schriftrollen (arab. Suhur) von Moses und Abraham.

à Die Psalmen (arab. Zaboor) von David.

 

Der Quran bestätigt diese voran gegangen Schriften und weist das zurück, was von den Menschen verändert wurde. Er bleibt für alle Zeiten unverändert. Er ist einzigartig und unnachahmlich. Er ist die letzte Offenbarungsschrift.

 

 

IV Der Glaube an die Propheten

 

Propheten sind von Gott auserwählte Menschen, um seine Botschaft an die Menschen zu überbringen. Als Vermittler dafürstehen die Engel. Sie hatten keine göttliche Eigenschaft oder Kraft, sondern waren Diener Gottes. Es waren immer aufrichtige und sittliche Männer. Sie verbargen nichts, änderten nichts ab und waren unbestechlich.

Im Islam glaubt man an alle Propheten. Denn einen von ihnen abzulehnen, bedeutet Gottes Befehlen ungehorsam zu sein.

Die bekanntesten von ihnen hießen Noah, Abraham, Moses, Jesus und Muhammad, Friede und Segen auf ihn. 

 

 

V Der Glaube an den letzten Tag 

 

Das ist die absolute Gewissheit über den eigenen Tod und den Tag des jüngsten Gerichts. Im Islam glaubt man an das Fortbestehender Seele im Jenseits.

Der Mensch wird im Grab befragt werden, was er an Taten in seinem Leben vollbracht hat und dem entsprechend seinen Platz entweder in der Hölle oder im Paradies erhalten.

So ist das wichtigste Ziel des Muslims ein gottergebener und gehorsamer Mensch gegenüber der Gebote und Verbote der GesetzgebungGottes zu sein. Was bedeutet z.B. rechtschaffend, treu, ehrlich und anständig zu sein und die befohlenen Gottesdienste zu vollziehen.

Da die größte Sünde im Islam die Verweigerung des Glaubens an Gott und die

Beigesellung (arab. shirk) ist, wird der Ungläubige, egal ob er ein Mensch guter Taten war, in die Hölle kommen. Muslime werden anhand ihrer Waagschalen beurteilt. Die erfolgreichen werden diejenigen sein, die ihr Buch in die rechte Hand bekommen. Wobei jeder Gläubige, auch nach einem Aufenthalt in der Hölle durch die Barmherzigkeit Gottes, den Paradiesgarten betreten wird.

 

 

VI Der Glaube an das Schicksal und die göttliche Bestimmung 

 

Alles was ein Mensch in seinem Leben erlebt, ist von Gott vorbestimmt worden. Der Mensch untersteht dabei seinem freien Willen, ist aber verpflichtet den Gesetzen Gottes folge zu leisten.

Alle im Leben hat seinen Grund. Wichtig ist das man in seinem Anliegen das bestätigt und nicht enttäuscht ist, wenn es nicht klappt. Gott prüft den Menschen damit. Er hat für jeden Menschen bestimmt, was er an Versorgung erhält.


 

Shirk (Götzendienst)

 

Götzendienst ist die größte Sünde vor Gott. Es bedeutet „Partnerschaft“, „Teilhaben“ oder „Beigesellen“.

Der Shirk wird in folgende Gruppen unterteilt:

 

I Shirk Rubibuya ( Partnerschaft in der Herrschaft)

Das ist der Glaube an kleine Götter, Geister (Verstorbener), Sterbliche ( Heilige), Himmelskörper (Astrologie) oder irdischeObjekte (Talisman).

 

II Shirk in Al- Asma wa Al Sifat (Göttliche Namen und Eigenschaft)

- Shirk durch Vermenschlichung

Das bedeutet ein einmenschliches Abbild von Gott zu erschaffen. Entweder als Schnitzerei, Gemälde oder als Figur.

- Shirk durch Vergötterung der Schöpfung

Das bedeutet man gibt einem Bildnis/ Statue den Namen einer göttlichen Eigenschaft.

 

III Shirk in Ibada (Gottesdienst)

- Der große Schik ( Shirk al Akbar)

Das bedeutet, man erwartet den Lohn des Gebets nicht von Gott, sondern von einem Geschöpf. Man nennt das auch Taghut (Abgott).

Im Islam betet man Gott aus Liebe an und stellt niemanden dazwischen.

-Der kleine Shirk( Shirk al Ahgar)

Das ist Augendienerei (Al Riya). das ist wenn man betet und dabei gesehen werden oder gelobt werden will. Deswegen soll man die Absicht überprüfen, um die Gottesfurcht (Taqwa) sicher zu stellen.

 

IIII Shirk durch Leugnung

Das bedeutet, dass man behauptet, dass es keinen Gott gibt (Atheismus). Oder, dass man an ihn glaubt und ihn derart abstraktiert, dass er nicht mehr wirklich ist.